AusBildung bis 18

→ AusBildung bis 18 – Was ist das?

→ Erfüllung der Ausbildungspflicht

→ Ruhen der Ausbildungspflicht

→ Meldepflichten für Erziehungsberechtigte

 

AusBildung bis 18 – Was ist das?

Die AusBildung bis 18 ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung, um das Bildungs- und Ausbildungsniveau junger Menschen zu verbessern.

Der Arbeitsmarkt stellt an die Jugendlichen von heute immer höhere Anforderungen. Mit der Ausbildung bis 18 sollen Jugendliche noch besser auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet werden.
Die meisten Jugendlichen gehen nach der Pflichtschule weiter in eine Schule oder machen eine Lehre. Einige brechen aber die Schule ab, nehmen eine Hilfsarbeit an oder ziehen sich ganz zurück. Sie haben ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden und verdienen später weniger. Ihnen soll durch die AusBildung bis 18 geholfen werden, nach der Pflichtschule eine weitere Ausbildung zu absolvieren.

Die Ausbildungspflicht ist deshalb ein neues bundesweites Gesetz. Es hat zum Ziel, dass alle Jugendlichen eine Ausbildung abschließen, die über den Pflichtschulabschluss hinausgeht.

Alle Jugendlichen unter 18 Jahren,

  • die sich dauerhaft in Österreich aufhalten
  • sollen nach der Schulpflicht (9 Schuljahre)
  • eine weiterführende Schule oder Berufsausbildung abschließen.

Auch Jugendliche mit Behinderung sind von der Ausbildungspflicht betroffen.
Jugendliche Asylwerbende allerdings nicht – die Ausbildungspflicht gilt für sie erst dann, wenn sie einen dauerhaften Aufenthaltsstatus in Österreich bekommen.

Das Gesetz gilt erstmals für alle Jugendlichen, deren Schulpflicht mit Juni 2017 geendet hat.

nach oben▲

Erfüllung der Ausbildungspflicht

Die Ausbildungspflicht kann insbesondere erfüllt werden durch:

  • Besuch einer weiterführenden Schule: AHS, BMS oder BHS und Privatschulen, Schule für (psychiatrische) Gesundheits- und Krankenpflege, Schule für Kinder- und Jugendlichenpflege, Schule für medizinische Assistenzberufe, Schule für den medizinisch-technischen Fachdienst, Schule für Land- und Forstwirtschaft
  • Lehrausbildung: Lehre, verlängerte Lehre, Teilqualifizierung, Überbetriebliche Ausbildung
  • Ausbildung in einem Pflegehilfelehrgang, in einer zahnärztlichen Assistenz, zum medizinischen Masseur oder zur medizinischen Masseurin, zum Heilmasseur oder zur Heilmasseurin, zum Rettungssanitäter oder zur Rettungssanitäterin sowie zum Notfallsanitäter oder zur Notfallsanitäterin.
  • Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf zum Diplom-Sozialbetreuer, zur Diplom-Sozialbetreuerin, zum Fach-Sozialbetreuer, zur Fach-Sozialbetreuerin, zum Heimhelfer oder zur Heimhelferin.
  • Teilnahme an einem anerkannten Kurs, der auf eine weiterführende Schule oder Ausbildung vorbereitet. Es muss ein Perspektiven- oder Betreuungsplan des Jugendcoaching  oder AMS vorliegen, der den Nutzen dieses Angebots für den Jugendlichen oder die Jugendliche dokumentiert.
  • Teilnahme an einem Sprachkurs für Jugendliche, die besondere Förderung in der deutschen Sprache brauchen. Der ausschließliche Besuch eines Sprachkurses ist aber nur so lange zulässig, wie dies im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehen ist.
  • Teilnahme an einem Angebot für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, die die Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtert.
  • Teilnahme an Angeboten und Programmen der außerschulischen Jugendarbeit, die eine Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtern. Parallel dazu muss ein Perspektiven- oder Betreuungsplan erstellt werden.
  • Besuch von Schulen oder Ausbildungen im Ausland, wenn diese mindestens gleichwertig mit vergleichbaren österreichischen Schulen oder Ausbildungen sind oder wenn diese in Österreich nicht angeboten werden, und wenn dadurch kein Nachteil für die Jugendlichen zu erwarten ist.
  • Teilnahme an einer Offiziers- oder Unteroffiziersausbildung im Rahmen eines Ausbildungsdienstes oder eines Dienstverhältnisses beim Bundesheer.

Das Sozialministeriumservice führt eine Liste der anerkannten AusBildungen, die unter folgendem Link abrufbar ist:

https://www.ausbildungbis18.at/downloads/AusBildung_bis_18_Angebotsliste_barrierefrei_20170117_Tabelle.pdf

 

Jugendliche Hilfsarbeit ist nur dann erlaubt, wenn sie vom Jugendcoaching begleitet wird und im Rahmen eines Perspektiven- und Betreuungsplans sinnvoll erscheint (z. B. als Praxiserwerb für eine spätere Ausbildung).

Die Ausbildungspflicht kann auch schon vor dem 18. Geburtstag erfüllt sein, wenn davor eine Lehrausbildung (z. B. in Form einer Teilqualifizierung) oder eine (mind. zweijährige) berufsbildende mittlere Schule erfolgreich abgeschlossen wurde.

nach oben▲

Ruhen der Ausbildungspflicht

Die Ausbildungspflicht kann auch für einen bestimmten Zeitraum „ruhend gestellt“ werden. Gründe für eine solche Ruhendstellung können sein, wenn Jugendliche:

  • Kinderbetreuungsgeld beziehen,
  • an einem Freiwilligen Sozialjahr/ Umweltjahr/ Integrationsjahr teilnehmen,
  • einen Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst leisten, oder
  • z. B. akut krank sind (bzw. sonstige „berücksichtigungswürdige Gründe“ vorliegen)

Die Ausbildungspflicht besteht auch nicht

  • für Zeiträume von 4 Monaten innerhalb von einem Jahr (z. B. Ferienzeiten)
  • für Wartezeiten auf einen Ausbildungsplatz, wenn kein rascher Beginn möglich ist.

nach oben▲

Meldepflichten für Erziehungsberechtigte

Eltern haben großen Einfluss auf den Ausbildungsweg ihrer Kinder und damit auch große Verantwortung. Erziehungsberechtigte sind deshalb verpflichtet zu melden, wenn ihr Kind nach der Schulpflicht seit 4 Monaten keine Schule oder Ausbildung macht und daher die Ausbildungspflicht nicht erfüllt.

Die Meldepflicht für Eltern ist mit 1. Juli 2017 in Kraft getreten, das heißt, dass Eltern bei den Koordinierungsstellen Anfang November 2017 melden müssen, wenn ihr Kind bis dahin keine AusBildung besucht.

Strafe ist nicht das Ziel der AusBildung bis 18 und daher nur als letztes Mittel vorgesehen. Davor gibt es viele Bemühungen, Eltern und Jugendliche zu unterstützen und zu beraten. Es wird niemand bestraft, der die Ausbildungspflicht erfüllen möchte, aber nicht kann!

Gegen Erziehungsberechtigte wird aber Anzeige erstattet, wenn sie nachweislich keine Verantwortung übernehmen und sich nicht im Sinne ihres Kindes bemühen. Gestraft wird auch nicht gleich, sondern erst dann, wenn von den Erziehungsberechtigten jede Unterstützung ihres Kindes verweigert wird.

Verwaltungsstrafen bei Nichterfüllung der Ausbildungspflicht gibt es außerdem erst ab 2018.

 

Nähere Informationen unter

Website: www.AusBildungbis18.at

Facebook: https://www.facebook.com/AusBildungbis18

nach oben